Der Vergleich: Affinity Photo vs. Adobe Photoshop

Vor ca. 5 Jahren hat Adobe sein Abo Modell für die Kreativ-Software Photoshop, InDesign usw. als Creative Cloud eingeführt. Der Aufschrei der Nutzer war groß und stieß auf Ablehnung. Wer aber im Kreativbereich tätig ist, nutzt diese Software, um Plattform und Agentur übergreifend zu arbeiten. Früher hat man die Software gekauft und gehörte einem. Heute bezahlt man jeden Monat und nach Ablauf, bzw. der Kündigung des Abos gehört die Software einem Anwender nicht mehr. Kurz gesagt, Abo weg, Software weg!

Über die Jahre hinweg, ging aber die Umstellung für Adobe auf und konnte sein Modell durchsetzen, weil Sie natürlich auch wussten, was sie für eine Marktstellung haben. Adobe setzte somit immer mehr seine cloudbasierte Lösung durch und verschmelze sämtliche Applikationen miteinander. Die Preise liegen jetzt aktuell (Stand 14.09.2019) für einzelne Programme von 11,89 € bis 23,79 € und die komplette Suite für 59,49 € monatlich bei einer Laufzeit von 12 Monaten. Es gibt auch eine monatliche Bezahlmöglichkeit, diese ist aber teurer.

Durch das Geschäftsmodell ist wieder ordentlich Bewegung in den Markt gekommen. GIMP und weitere Alternativen waren für die privaten Nutzer sicherlich OK, aber für die Profis definitiv keine Alternative. Eine spektakuläre Neuerscheinung war im Jahr 2015 Affinity Photo von dem britischen Hersteller Serif, welcher die Software zuerst auf dem Mac herausbrachte und ein Jahr später für Windows. Parallel zu der Desktop Version brachte Serif auch eine Lösung als iPad App heraus. Wenig später zeichnete Apple die gleichnamige Software mehrfach aus.

Die Programmoberfläche orientiert sich stark an das Vorbild von Adobe. Dadurch soll der Umstieg von Photoshop auf Affinity Photo erleichtert werden. Viele Shortcodes sind ebenfalls an dem Vorbild angepasst. Das Programm kostet ca. 55 Euro.

Auf der Webseite wird auch gleich klar darauf hingewiesen, dass es sich nicht um ein Abo-Modell handelt und einem die Software nach dem Kauf gehört. Nach dem Kauf erhält man für seine Version einen Produktschlüssel per E-Mail. Diesen kann man aber auch im Backend der Seite von Serif jederzeit einsehen, sowie die Software erneut herunterladen.

Als Systemvoraussetzung werden nur zwei Gigabyte RAM genannt. Unser Rechner zum Ausprobieren hat 16 Gigabyte und einen Core-i7-Prozessor. Die Software arbeitet bei uns sehr flüssig und macht einen guten Job. Aktuell läuft bei uns die Version 1.7.2. Jedes Update unterhalb eines Major Release ist kostenfrei.

Im Vergleich zu Photoshop ist jedoch die Aufteilung in unterschiedliche Arbeitsbereiche ungewöhnlich, die Persona genannt wird. Photo Persona beinhaltet die wichtigsten Standardfunktionen und ist der vermutlich am häufigsten verwendeten Bereich für allgemeine Bildbearbeitung. Liquifiy Persona dient dem Einsatz diverser Verzerrungseffekte für Menschen mit künstlerischer Ader. Develop Persona erlaubt den Import von Raw-Bilddateien und den Einsatz von Konvertierungstools. Tone Mapping Persona bietet ungezählte künstlerische Filter und Export Persona ist für die Ausgabe der Bilder in alle nur denkbaren Formate vorgesehen, darunter natürlich auch PSD, das Photoshop-Format.

Ein weiterer Vorteil und auch gleichzeitig eine weitere Besonderheit ist die nahezu durchgängige nicht destruktive Bearbeitung. Somit es möglich Änderungen vorzunehmen, ohne die ursprünglichen Bilddaten zu überschreiben.
 
Durch diese Art der Bearbeitung wird die Bildqualität nicht beeinträchtigt, weil immer das Ursprungsbild mit den Modifikationen gespeichert wird. Hier ist Affinity Photo gegenüber Photoshop klar im Vorteil.

Photoshop hat zwar auch eine nicht destruktive Bearbeitung, aber nicht in allen Bereichen, wie bei Affinity Photo. Wer mit Photoshop vertraut ist, wird Affinity Photo auch mögen. Es gibt natürlich ein paar Unterschiede, aber in denen kann man sich leicht einarbeiten und gewöhnen. Für uns ist Affinity Photo eine sehr gute preisgünstige Alternative. Zum Schluss möchten wir nicht vergessen zu erwähnen, dass Affinity Photo diverse Formate beim Import und Export unterstützt und man sogar Photoshop Plugins einbinden kann. Affinity Photo kann problemlos mit den Daten von Photoshop umgehen.

Wie finden Sie den Beitrag?

5/519 ratings
Share on facebook
Facebook
Share on twitter
Twitter
Share on email
E-Mail
Share on xing
XING

Neueste Beiträge

Ältere Beiträge